Von Bürger zu Bürger

Best Practice-Beispiel I: Solarthermie in Bruck

Allgemeines

Solarthermische Anlagen können herkömmliche Heizungen bei der Brauchwasser-erwärmung, aber auch bei der Bereitstellung von Heizwärme unterstützen. Das Prinzip ist dabei recht simpel. Auf dem Dach befinden sich Kollektoren, mit deren Hilfe die Strahlungsenergie der Sonne auf ein Wärme-trägermedium (meist ein Wasser-Glycol-Gemisch) übertragen wird. Die gewonnene Wärmeenergie wird dann über einen Wärmetauscher an einen Brauchwasser- oder Pufferspeicher übertragen. Von dort aus kann das erwärmte Brauchwasser direkt z.B. zum Duschen genutzt werden, oder aber auch zur Heizungsunterstützung dienen. Die unten folgende Abbildung soll dieses Schema bildlich darstellen und verdeutlichen. Der Gesamt-energieertrag einer Solarthermieanlage ist mit ca. 250 kWh/m² und Jahr übrigens fast doppelt so hoch wie der einer Photovoltaikanlage.

 

Die Solarthermieanlage in Bruck

Robert Meingast erwarb im Jahr 2010 ein Wohnhaus in Bruck. Das Gebäude mit dem Baujahr 1993 verfügt über eine beheizte Fläche von ca. 300 m², eine 40 cm dicke

Ziegelwand und keine weitere Isolierung. Wie in der Gegend häufig anzutreffen,

ist das Haus ab dem ersten Obergeschoss noch zusätzlich mit Holz verschalt. Die

Fenster sind durchgängig zweifach verglast. Der jährliche Heizölverbrauch lag

damals bei ca. 3.000 Litern pro Jahr.

Herr Meingast lies im Herbst 2010 vier Solarthermieplatten mit einer Nettofläche von insgesamt 8 m² und einen 1.000 Liter fassenden Pufferspeicher installieren. Zudem wurde eine Frischwasserstation nachgerüstet, die Brennerdüse und die Verrohrung im Heizungsraum isoliert. Diese Maßnahmen führten in Summe dazu, dass der jährliche Heizölverbrauch von 3.000 Litern ein Drittel auf 2.000 Liter

reduziert werden konnte. Auch wenn der Einspareffekt der einzelnen Maßnahmen

nicht exakt quantifizierbar ist, lässt sich sagen, dass der größte Anteil auf die Solarthermieanlage zurückzuführen ist.

 

  

Förderung

Das Bundesamt für Ausfuhrkontrolle (BAFA) bietet eine Vielzahl an Förderungen für Solarthermieanlagen an. Unter folgendem Link können diese Fördermöglichkeiten jederzeit eingesehen werden: http://www.bafa.de/bafa/de/energie/erneuerbare_energien/solarthermie/publikationen/index.html 

 

 

Fazit

Die Errichtung von Solarthermieanlagen auf nach Süden geneigten Dachflächen ist einfach umsetzbar, spart erhebliche Mengen an fossilen Energieträgern ein und ist in den meisten Fällen wirtschaftlich.

Für Fragen steht Robert Meingast gerne zur Verfügung. Tel: 08020 / 908 99 33

E-Mail: robert.meingast@imm-exx.de 

 

 


Best Practice-Beispiel II: Photovoltaikanlagen in Weyarn

ALLGEMEINES ZUR pHOTOVOLTAIK

Die Nutzung der Sonnenenergie durch Photovoltaikanlagen zur Stromgewinnung ist nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern war in den letzten 14 Jahren im Rahmen des EEG für den jeweiligen Betreiber auch wirtschaftlich. Auch heute können PV-Anla-gen noch ökonomisch betrieben werden. Im Folgenden werden drei Beispiele von erfolgreichen PV-Anlagen aus Weyarn aus verschiedenen Generationen gezeigt. Dabei wird ersichtlich, dass sich auch unter den heutigen Rahmen­bedingungen durch das novellierte EEG immer noch Anlagen wirtschaftlich betreiben lassen.Auch die Langzeittauglichkeit, über die Laufzeit des EEGs und der Garantiezeiträume hinaus, wird mit diesen Beispielen nachgewiesen.

Fall 1: PV-Anlage Holzkirchener Straße 6 aus dem Jahr 2015

Ausgangssituation

Familie Bratfisch lebt in einem Ein-familienhaus in der Holzkirchener Straße 6.

Um die Stromkosten zu senken und aus ökologischen Gründen ent-schied sich die Familie im Sommer 2015, eine PV-Anlage zu errichten. Die Module mit einer installierten Leistung von insgesamt 5,1 kWpeak gingen im August 2015 ans Netz.

 

Die Anlage

Die 5,1 kWpeak sind nach Südosten ausgerichtet, dem Dach entsprechend 23° ge-neigt und unterliegen keiner Verschattung, sodass mit einem jährlichen Ertrag von ca. 1050 kWh/kWpeak gerechnet werden kann. Insgesamt dürfte die Anlage pro Jahr 5.355 kWh Stunden an Strom produzieren. Bei einem Jahresstromverbrauch von knapp 4.000 kWh können knapp 25 % des produzierten Stroms direkt im Haushalt genutzt werden. Verwendet wurden polykristalline Module Vitovolt 200 von Viess-mann.

 

Wirtschaftlichkeit

Die Installationskosten der Anlage lagen inklusive der Errichtung und eines Fensteraustauschs (ohne Materialkosten für die Fenster), der im selben Arbeitsgang sinnvollerweise durchgeführt wurde, bei 8.950 € netto bzw.10.650 brutto. Die 25 % des erzeugten Stroms, die direkt im Haushalt verbraucht werden können (1.335 kWh), sparen Strombezugskosten von 27 ct/kWh. Der jährlich finanzielle Vorteil durch vermiedenen Strombezug liegt somit bei 365 € (1.335 kWh x 0,27€/kwh). Die

restlichen 2.645 kWh werden zu je 12,37 ct ins öffentliche Netz eingespeist.

Die jährlichen Einnahmen dadurch belaufen sich auf 327 €. Insgesamt nimmt

Familie Bratfisch also 692 € jährlich durch die PV-Anlage ein. Nimmt man die

8.950 € Investitionskosten und die Einnahmen von 692€ pro Jahr, erhält man eine

Best-Practice-Beispiel statische Amortisationszeit von 13 Jahren. Unter Berücksich-tigung der nicht miteinzurechnenden Kosten für den Fenstertausch und einem realistischen Anstieg der Stromkosten von jährlich 3 %, ergibt sich eine Amortisa-tionszeit von 8 Jahren. Da Familie Bratfisch rein über die Einspeisevergütung keinen Gewinn erwirtschaftet, ist der Betrieb der PV-Anlage nicht steuerpflichtig und der

bürokratische Aufwand mit dem Finanzamt wird stark gemindert.

 

 Fall 2: PV-Anlage Aiplspitzweg 9

aus dem Jahr 2010

Ausgangssituation

Familie Villwock besitzt eine ca. zehn Jahre alte Doppelhaushälfte in Weyarn am Aiplspitzweg 9. Auf 140 m2 leben dort zwei Erwachsene und zwei Jugendliche, sodass von einem typischen Vier-Personen-Haushalt gesprochen werden kann. Der jährliche Stromverbrauch von

ca. 4.000 kWh spiegelt in etwa einen typischen Vergleichshaushalt wider. Um die erneuerbaren Energien zu fördern und den CO-Ausstoß zu reduzieren, entschied sich Familie Villwock im Jahr 2010, eine PV-An-lage zu errichten. Neben ökologischen Erwägungen spielten auch ökonomische Überlegungen bei dieser Entscheidung eine Rolle.

 

Die Anlage

Die Anlage ging im Mai 2010 ans Netz und verfügt über eine installierte Leistung von 4,14 kWpeak. Angebracht wurden die polykristallinen Siliziummodule auf einem Süd-Südostdach mit einer Neigung von 23°. Der Hersteller garantiert 90 % der Leistung auf 10 Jahre und 80 % der Leistung auf 25 Jahre. Errichtet wurde die

Anlage von der Elektro Weber GmbH aus Feldkirchen-Westerham. Laut Herrn Vill-wock waren dort Beratung und Service „sehr gut“, was zu einem „höchst geringen zeitlichen Aufwand“ bei der Planung und Installation führte. Die durchschnittlichen Volllaststunden liegen seit der Errichtung bei sehr hohen 1.124 kWh/kWpeak. Wie zu diesem Installationszeitpunkt üblich, speist die Anlage den gesamten erzeugten Strom ins Netz ein. Technische Probleme traten noch nicht auf, sodass noch keine Reparaturkosten anfielen. Auch für die Pflege und Reinigung der Anlage entstand bislang keinerlei Aufwand. Wegen der Dachneigung rutscht auch der Schnee früh-zeitig und problemlos von alleine von den Solarpanelen.

 

Wirtschaftlichkeit

Die Investitionskosten der Anlage bezifferten sich auf 14.941,50 € netto. Inzwi-schen kosten vergleichbare Anlagen in etwa nur noch die Hälfte. Für eine Ver-sicherung gegen Unwetterschäden gibt Familie Villwock jährlich 29,90 € aus. Kosten für Wartung und Reparaturen sind in den bisher knapp 6 Jahren noch nicht angefallen (s.o.). Die Einspeisevergütung lag zu diesem Zeitpunkt bei Netto 39,14 ct je eingespeister Kilowattstunde. Die folgende Tabelle zeigt alle Kosten und Erlöse

seit Projektierung der Anlage.

 

Kosten-/Erlösübersicht PV-Anlage Villwock

Abrechnungsjahr

Investitionskosten netto (€)

Versicherungskosten

(€)

Kosten für Wartung und Reparaturen (€)

eingespeister Strom (kWh)

Erlös brutto in €

Erlös netto in €

kum. Cash Flow (€)

2010 (ab Mai)

14.941,5

29,9

0,0

2.880

1.341

1.127

-13.844,4

2011

0,0

29,9

0,0

5.058

2.356

1.980

-11.894,3

2012

0,0

29,9

0,0

4.576

2.131

1.791

-10.133,2

2013

0,0

29,9

0,0

4.121

1.919

1.613

-8.550,1

2014

0,0

29,9

0,0

4.664

2.172

1.825

-6.755,0

2015

0,0

29,9

0,0

4.857

2.262

1.901

-4.883,9

 

Die schwankenden jährlichen Strommengen hängen mit den unterschiedlichen Sonnenstunden-Zahlen zusammen. Für einen Leistungsverlust der Anlage gibt es bislang keinerlei Anzeichen. Wie die Spalte ganz rechts zeigt, hat sich die Anlage nach fünfeinhalb Jahren bereits zu zwei Dritteln amortisiert. Zusätzlich ergaben sich steuerliche Vorteile durch die Abschreibungen. Für Fragen steht Bernd Villwock gerne zur Verfügung.

Ansprechpartner: Bernd Villwock E-Mail: bvillwock64@gmx.de

 

Fall 3: PV-Anlage Oetz

Ausgangssituation

Der Weiler Oetz liegt auf dem Südost-gerichteten Moränenhang über dem Zusam-menfluss von Leitzach und Mangfall. Der alte Hof wurde im Laufe der Jahrhunderte vielfach umgebaut, einzelne Gebäudeteile stehen unter Denkmalschutz. Er beher-bergt heute in vier Wohnungen 10 Personen.

 

Die Anlage

Schon im Jahr 1992 – 10 Jahre vor der Einführung des EEGs – errichtete Joachim Schwanck im Rahmen des 100.000-Dächer Programms der Bundesregierung eine PV Anlage mit einer Leistung von 2 kWpeak. Die Kosten für die Anlage betrugen damals knapp 55.000 €, wobei 50 % durch die staatliche Förderung bezuschusst wurden. Die Investitionskosten lagen damals also knapp 20-mal so hoch wie heute. Die Anlage ist nach Südwesten ausgerichtet ist aber teilweise einer nachmittägli-chen Verschattung ausgeliefert. Best-Practice-Beispiel Wirtschaftlichkeit Eine Aus-sage über die Wirtschaftlichkeit ist in diesem Beispiel nicht zielführend, da die In-vestitionskosten der Anlage mit heutigen nicht vergleichbar sind und damals auch keine Einspeisevergütung generiert werden konnte.

 

Langzeiterfahrung

Wesentlich interessanter als die Wirtschaftlichkeit ist bei dieser Anlage die Lang-zeiterfahrung. In 23 Betriebsjahren haben die Module der kleinen PV-Anlage zwei schwere Hagelereignisse und einen vereisungsbedingten Abriss der Halterung ohne Schaden überstanden. Der erste Wechselrichter wurde nach 17 Jahren gegen ein effizienteres Modell getauscht. Aktuell produziert die Anlage ca. 1.600 kWh jährlich an elektrischem Strom. Zu Beginn lag die Stromerzeugung bei etwa 1.800 kWh pro Jahr. Diese Einbußen sind aber weniger auf eine Wirkungsgraddegression der An-lage zurückzuführen als vielmehr auf einen Standortwechsel, nachdem die Anlage, bedingt durch eine waldbestandene Hügelkuppe, einer nachmittäglichen Verschat-tung ausgeliefert ist. Hierdurch erklärt sich die für eine süd-südwest-Orientierung eigentlich unterdurchschnittliche Volllaststundenzahl von 800 bis 900 kWh/kWpeak – ohne nachmittägliche Verschattung würde sie rechnerisch zwischen 1.000 und 1.100 kWh/kWpeak liegen. Dieses Beispiel beweist somit die Langlebigkeit von Photovoltaikanlagen über die typische Garantiedauer der Module hinaus. Für Fragen steht Joachim Schwanck gerne zur Verfügung.

Ansprechpartner: Joachim Schwanck E-Mail: j.schwanck@t-online.de

 


1. Reparatur-Café in Weyarn am 10.4.2016

Zufriedene Gesichter überall - bei Reparatur-Exper-ten, Organisatoren und vor allem den zahlreichen Besuchern: Das erste Weyarner Reparatur-Café war ein echterErfolg!

 

Schon vor dem offiziellen Beginn um 10 Uhr ka-men die ersten Interessenten der „Frühjahrs-Fahr-radaktion“ und auch im weiteren Verlauf gab es sowohl bei den Fahrrädern als auch bei den Elektrogeräten immer wieder einmal Warteschlangen. Den Meisten konnte geholfen werden – wenn auch nicht immer mit einer vollständigen Reparatur, so doch zumindest mit einer klaren Fehlerdiagnose. Was uns besonders freute, war die hohe Zustimmung zu der Grundidee (gemeinsam reparieren statt wegwerfen). Wo immer möglich, packten die Besucher mit an. Viele gingen mit dem Gefühl nach Hause, in Zukunft mehr – und auch selbst und allein – reparieren zu können. In Weyarn nutzten längst nicht nur Männer das Reparatur-Café. Zu den Fahrrad-Ex-perten kamen sogar deutlich überwiegend Frauen: Ketten wurden gemeinsam gereinigt und nachgeölt, Bremsen und Gangschaltungen neu eingestellt. In Einzel-fällen stellten sich die Fahrräder als nicht mehr uneingeschränkt funktionstauglich heraus, in immerhin vier Fällen wurde aus Sicherheitsgründen dringend ein baldiger Austausch von Teilen empfohlen! Bei den übrigen Reparaturbereichen überwogen erwartungsgemäß die elektrischen Geräte – von Entsafter, Quirl und Kaffeemaschi-ne über Ladegerät und Fotoapparat bis zu Kompaktanlage und Plattenspieler. Etwa zur Hälfte konnte der Schaden mit Unterstützung unserer Experten komplett beho-ben werden, in den meisten anderen Fällen wurde die Ursache und das zu besor-gende Ersatzteil identifiziert. Lediglich 3mal konnte nur noch ein nicht behebbarer Schaden identifiziert werden, wovon 1mal innerhalb der Umtauschfrist. Die Be-sucher zeigten ihreDankbarkeit auch durch freundliche Spenden. Alles Verbrauchs-material, Kuchen & Getränke sowie die Versicherung konnten davon bezahlt wer den. Undes blieb sogar noch ein wenig zum Ansparen für zukünftige Anschaffungen (z. B. Reparaturgerät übrig).

 

Die positive Resonanz und die gute Stimmung bei Reparaturteam und Besuchern machten die Entscheidung leicht,weiterzumachen: Am 0. Juni findet das nächste Weyarner Reparatur-Café in der WeyHalla statt. Ob es erneut eine Fahrrad-Aktion gibt, oder stattdessen andere Bereiche (Möbel, Kleidung, …) in den Mittelpunkt rücken, wird im kommenden Heft bekanntgegeben.